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Ruhlaer Kirchennacht im Lutherjahr


Ganz im Zeichen der Reformation stand auch die diesjährige Ruhlaer Kirchennacht. Alle Kirchen der Bergstadt öffneten am Samstagabend ihre Pforten für die Besucher. In diesem Jahr fand das gemeinschaftliche Event der Ruhlaer Kirchgemeinden in und auf dem Gelände der St. Concordia-Kirche statt. Nach dem traditionellen Glockengeläut der „Rühler Lüter“ eröffnete neben der festlich musikalischen Umrahmung der Posaunen-Bläsergruppe, Pfarrer Gerhard Reuther von der evangelischen Kirchgemeinde Ruhla die Andachtsstunde in der St. Concordia-Kirche. Vertreter aus allen Kirchgemeinden Ruhlas waren vor Ort, außerdem Pfarrer Andres Roß aus der Partnergemeinde Hildrizhausen (Baden-Württemberg). Er hielt dem Anlass entsprechend einmal eine etwas andere, aber überaus eigentümliche Festpredigt von der wunderbaren Kanzel der Winkelkirche, welche nur zu besonderen kirchlichen Ereignissen genutzt wird. Und dieses war zweifelsohne eines. Denn das Lutherjubiläum stellt ein solches dar, so der württembergische Pfarrer. Fast lebensgroß hänge er in St. Concordia im Altarbereich, der große Reformator, ein wertvolles Gemälde, ein Symbol für vergangene Zeiten. Was wollte Luther eigentlich? Selber denken, leben und glauben, auch selbst aus der Bibel lesen, das war es, was er umsetzen, ja in seiner Übersetzung der Bibel zum besseren Verständnis der deutschen Sprache wollte. Er war es, der sogar neue Worte erdacht hat, wie „Denkmal“ oder „Herzenssache“. In der heutigen Zeit prägt nur das Leistungsdenken die Gesellschaft und das soll wirklich alles sein? Nichts soll abhängig gemacht werden von der menschlichen Leistung. Das sei nicht das Wichtigste, der Mensch selbst ist wichtig, in seiner Art und Weise, in seinem Glauben. Jeder Christ solle sagen: „Gott ist mein Gott“. Der Zusammenhalt untereinander sollte unser Leben gestalten. Dies wird hier in den Kirchgemeinden der Bergstadt, ob evangelisch, katholisch oder neuapostolisch gelebt. Einmal im Jahr gibt es nun schon seit einigen Jahren die Ruhlaer Kirchennacht, einen Abend der religiösen Gemeinschaft. Hier zählt das Bewährte zu erhalten. Dies gab zur Eröffnung auch der Ruhlaer Nachtwächter mit einem traditionellen Spruch zum Luthergedenken kund, bevor Zeit zum Bestaunen der Luther-Ausstellungtafeln im Kirchenschiff, Begegnungen oder geselliges Beisammensein war, nette Gespräche bei Speis und Trank den Abend untermalten. Nebenbei liefen auf großer Leinwand Bilder vergangener Kirchennächte. Die herzogliche Weihebibel von 1661 konnte auch an diesem Tag nochmals bewundert werden. Als besonderes Highlight krönte das Kabinettspiel „Mensch Luther“ den Abend. Es war eine Begegnung der besonderen Art, genauer gesagt mit Martin Luther und Zeitgenossen. Ein Spiel mit Szenen aus dieser Zeit, Tänzen und Musik. Die berühmte Lutherstube zu Wittenberg ist Schauplatz dieser Aufführung. Gespräche mit Originaltexten und- zitaten, wie mit Cranach, dem Maler, der Luther porträtierte oder Katharina von Bora, Luthers liebevolle Ehefrau, dem Gast Philipp Melanchthon, einem Freund und Mitstreiter des Reformators, als auch das sozial- und kirchenreformatische Werk Luthers, werden bei diesem Stück oft in humorvoller Weise wieder lebendig. Im Anschluss an dieses einmalige zum Nachdenken Anlass gebende Spiel fand unter musikalischer Gestaltung anwesender Musiker ein Taize´-Gebet statt. Zudem trug der Nachtwächter mit dem Ruf zur Nachtruhe neben den anderen Mitwirkenden und vielen helfenden Händen für den Ausklang einer gelungenen „Nacht der offenen Kirchen“ bei.                                                                       © aki/rz